Die Brieffreunde Philibert Sapin und Johann Josef Orths lebten beide in Lobberich. Orths von Geburt an als mutmaßlicher Sohn des langjährigen Schulmeisters und Küsters gleichen Namens. Philibert zugezogen mit den Eltern.
Sie tauschten sich aus über ihre Ausbildung als Geometer – Orths war erfolgreich, Philibert drückte sich vor der Prüfung. Sie schrieben über die Rheinlande vor der französischen Julirevolution, wie über dörflichen Zustände in Lobberich.
Da ging es um Manöver der preußischen Husaren oder eine Visitation des Kölner Erzbischofs. Da ging es um den lokalen Karneval, wo der kleine Eduard Istas eine rasend komische Rolle gespielt haben soll, den Wechsel der Bürgermeister von Haanen über Trimborn zu Kessels oder um eine pikante Dorfposse, die für die prominente Familie der Heythausen zur Tragödie wurde.
Die Tatsache, dass ich fünf Generationen später um 1970 herum dem jungen Karl Heythausen als Schul- und Spielkamerad eng verbunden war, trug vermutlich dazu bei, dass mein Vater einer weiteren Publikation des Stoffes eher skeptisch gegenüberstand.
Am Schluss des Briefwechsels ging es um Krankheit und Tod. Davor jedoch, im thematischen Highlight der Briefe, geht es ein letztes Mal um Vater Sapins Orden der Ehrenlegion, um den sich jetzt die jungen Männer kümmern. So rührend, dass es fast schon kitschig wird.

Philiberts Transkripte
Bücher von Stefan Frank:
