Ein Tagelöhnerjunge wird Soldat der ersten Revolutionsarmeen, dann kleiner Unteroffizier, dann Held der Belagerung von Sluis / L’Ecluse, und dann …? Nichts, dann!
Nur endlose Feldzüge von der Schelde bis zu den Viertausendern des Wallis.
Für Sapin folgen zehn Soldatenjahre ohne jede Auszeichnung oder Beförderung, Jahre in die seine Eheschließung mit Anna Margarete und die Geburt von Philibert fallen. Erst 1803 verleiht ihm Bonaparte mit dem Brevet d’Honneur eine Ehrenmuskete – gleichbedeutend mit dem soeben neu geschaffenen Orden der Ehrenlegion. Tatsächlich, so weiß es das französische Nationalarchiv, leistet Sapin erst am 21. Oktober 1804 vor dem Gericht in Roermond seinen Eid als Ehrenlegionär. Erst jetzt gilt sein Orden wirklich und wahrhaftig – sein Orden für die Heldentat von Sluis, die zehn Jahre zurückliegt. Schon in Roermond muss er aber eine Extrabestätigung des Großkanzlers der Legion vorlegen. Und so bleibt es auch in Zukunft: Immer wieder wird sein Orden durch Menschen oder Umstände infrage gestellt – und die damit verbundene Pension nicht ausgezahlt. Wir können also ohne Übertreibung sagen, dass dieser Orden sein Schicksal war – bis ins Jahr 1831 hinein.
Die Sapin Originale
Bücher von Stefan Frank:
