about
Stefan Frank wurde 1961 in Lobberich geboren, wo sich die Sapins zur Ruhe gesetzt haben. Heute lebt, schreibt und fotografiert Frank in Köln. Außer dieser Website über Claude Joseph Sapin betreibt er noch die Seiten
über die Welt, in der seine Romane „Das Archiv der Gründer“ und „Der Kontrakt des Söldners“ spielen und
die eine Serie von 33 Fotobüchern begleitet, die gerade entsteht.
Sie erreichen den Autor per Email über
stefan.frank@sapin-chasseur.de
Die Bücher des Autors:

Frank unter dem Pseudonym Stefan Arnold:
Meist lesen sich Erfahrungsberichte über die häusliche Pflege dementer Patienten merkwürdig ermutigend. Nicht, dass ich den Autoren auch nur ein Jota ihrer persönlichen Wahrheit absprechen wollte, doch es fällt schon auf, dass überwiegend Geschichten publiziert werden, die sich zum Ende hin versöhnlich fügen. Gäbe das Gesundheitsministerium Literaturempfehlungen, um unsere alternde Gesellschaft auf immer mehr häuslich gepflegte Demente vorzubereiten – die Texte stünden samt und sonders auf der offiziellen Leseliste. Sie alle schildern ein und dieselbe Erfahrung: Ja, es fällt schwer, aber du schaffst das, wenn du nur lernst. Wenn du dich richtig auf den Kranken einstellst und selbst zurücknimmst, schenkt dir die Pflege manchmal sogar die beglückendsten Momente. Mit meiner eigenen Erfahrung deckt sich das leider nicht. Deshalb schreibe ich hier kein Rezept, sondern den Beipackzettel. Ich schreibe über Risiken und Nebenwirkungen häuslicher Pflege.

In unserer Ära schwindender Gewissheiten schadet es nicht, alte Ordnungssysteme übereinander zu legen, um zu schauen, wo sich Schnittmengen bilden. So sind denn 33 Unzen hochlegierten Goldes das Leitmotiv dieser 33 Bildbände. Magie und Wärme des Goldes begegnen hier Objekten und Substanzen aus dem Alltag eines kontrafaktischen vereinigten Europa, das in den Büchern Satz für Satz Gestalt annimmt. Eine Begegnung, die nur im Bündnis mit den Ahnen möglich wird.
Gut dreiunddreißig Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung trifft mit unerhörtem neuem Mauerfall die untergegangene Welt auf eine Welt, die nie zustande kam. Aber auch dies ist nur vorläufig, nur ein Zwischenergebnis, noch einmal durchzugliedern von den vierundsechzig Zeichen des chinesischen Orakelbuchs I Ching. Der erste Band beginnt beim ersten Foto mit dem Hexagramm Des Kleinen Zähmungskraft – das letzte Buch endet beim letzten Foto mit demselben Zeichen.
Keine Tricks! Saubere Mathematik! Achtzehn mal das Anfangs- und das Schlusszeichen. Jedes weitere Zeichen siebzehn mal. Wobei Siebzehn auch die natürliche Zahl in der Mitte von 33 ist – und somit die laufende Nummer des Bandes, in dem sich Anfang und Ende des Fotozyklus’ spiegeln. Dreiunddreißig mal dreiunddreißig Fotoarbeiten links und rechts. Links dreiunddreißig mal dreiunddreißig Textfragmente aus der Gründungsschrift des kontrafaktischen Europa. Diese Fragmente bilden, wie die Orakelzeichen, einen in sich geschlossenen Kreis.
Mancher wird spotten: Gold und verklärter Schrott! Andere könnten warnen, Gold sei, wie die Erinnerung, allzu leicht formbar. Der Autor würdigt jedes Argument und legt es dann beiseite – ihn lockt ein Tänzchen mit den eigenen Kobolden.

DIE GRÜNDER: Seit Kaiser Augustus und Marcus Agrippa gestalten sie Europas Schicksal. Heute operiert der paramilitärische Thinktank tief aus dem Herzen der EU. Doch im Archiv der Organisation fehlt »Aurum Agrippae«, das legendäre Gründungsdokument. Im Herbst 1999 ergibt sich eine erste Chance, den Text aufzuspüren. Dossiers aus zweitausend Jahren, falsche und richtige Spuren, mischen sich im Internet auf www.creatores.de.
Schauplätze sind Rom, Alexandria und Pompeji am Tag des Vesuvausbruchs, die Katakomben von Paris und Londons Unterwelt. Die Gründer agieren in Narwa, Prag, Konstantinopel – und immer wieder in Venedig, im Haus ohne Tür, dem Hauptquartier und Sitz des Großen Archivs. Der heilige Petrus tritt auf, wie auch Giacomo Casanova. Der letzte Paläologenkaiser und Kaiser Rudolf II. kurz vor dem Untergang der großen spanischen Armada. Jede Episode des Romans erzählt, wie die Gründer eine neue Epoche prägen, während sie zugleich ihre Machtkämpfe untereinander und mit ihren Rivalen auf der ganzen Welt ausfechten. Doch geht es überhaupt um diese Vielzahl von Geschichten? Oder hat ein Mastermind im Großen Archiv eine Spur zu dem verschollenen Dokument gelegt – Dossier für Dossier? Der Showdown zwischen dem abtrünnigen Praefecten Gerrit Daniel de Kempenaer und Karl Bucholtz, dem Vizechef der Gründer, entscheidet, nur wenige Wochen nach 9/11, das Schicksal des »Aurum Agrippae«.

Thomas Zett, moderner Söldner mit untypisch solidem Bildungshintergrund und posttraumatischem Stresssyndrom, versteckt sich unter falschem Namen vor der Hisbollah, der er das Material und den Bauplan für eine schmutzige Bombe gestohlen hat. Im Jahr 2003 wirbt ihn ein Thinktank an, der sehr robust ins Weltgeschehen eingreift.
Von diesen „Gründern“ wird er beauftragt, eine Geisel zu befreien – während sein neuer Boss Karl Bucholtz eine hochrangig besetzte politische Konferenz in Köln leitet. Sein Auftrag bringt Zett mit der Welt der Ursulalegende in Berührung. Besonders Carpaccios „Ursulalegendenzyklus“ in Venedigs Accademia hat offenbar sehr viel mehr mit Zetts früheren Einsätzen und dem neuen Auftraggeber zu tun, als es zunächst den Anschein macht. Während Zett mithilfe alter Kontakte den mutmaßlichen Aufenthalt der Geisel ermittelt, verdichtet sich das Geflecht aus eigener Biografie und der Legende von elftausend Jungfrauen und den Hunnen – allerdings auf eine Weise, die rein gar nichts zu tun hat mit der Lesart wehrloser Frauen, die sich freiwillig für ihren Glauben abschlachten lassen.
